Wissenschaft - Bildwissenschaft - Raumwissenschaft.

Gottfried Boehm erläuterte in seinem Vortrag über die "Logik der Bilder" die historische Dominanz der Sprache in der Wissenschaft und umriss die Möglichkeiten und Spezifika eines bildlich geführten Diskurses. Was der Kunst seit jeher eigen ist, versucht nunmehr die Wissenschaft für sich zu erschliessen. Ist aber wissenschaftliche Logik nicht so untrennbar auf Sprache aufgebaut, dass eine Logik der Bilder zum Paradox zu werden droht? Hier kündigen sich in der Annäherung für beide System spürbare Verwerfungen an.

Platos überlieferte Geringschätzung des Bildes im Diskurs der Ideen kann als pragmatische Entscheidung zugunsten des Mediums Sprache bewertet werden. Wenn in diesen Tagen die Sprache im Diskurs so kritisch betrachtet wird, rührt dies aus der wachsenden Zahl bildergenerierte Ideen und Themen, deren Inhalte und Eigentümlichkeiten durch die Eigendynamik der sprachlichen Form vernachlässigt scheinen. Die Grenzen und Gefahren dieses Mediums zu erkennen und ein anderes Medium des Diskurses - das Bild - aufzusuchen, ist dann plötzlich nur ein erster Schritt. Wenn das Bild und seine inhärente Logik nun sukzessiv und notwendigerweise von der Logik der Sprache, und den Techniken ihres Diskurses emanzipiert wird, warum steht dem Raum nicht ebensolches zu?

Logik - Logik der Sprache - Logik der Bilder - Logik des Raumes

Die Abstraktion der Sprache liefert ein zweckmäßiges Mittel zur Gleichstellung von Faktischem und rein Gedanklichem. Liegt in dieser Folge, nicht auch eine Steigerung der Komplexität in der Wahrnehmung?


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